Ruhig werden ist gar nicht so einfach. Obwohl ich versuche, so oft wie möglich beim Vater online zu sein spüre ich, daß der Weg zum Vaterherz manchmal ganz schön lang werden kann. Darum passiert es, das eine 10 minütige Gebetsgemeinschaft bei mir manchmal den Eindruck hinterlässt, nur eine Instant-Lösung zu sein - schnell angerührt und fertig.
Ich will keinesfalls sagen, daß kurze Gebete des Glaubens keinen Wert hätten. Im Gegenteil, Jesus hat Einiges für kurze knackige Gebete übrig- er betete mitunter auch so. Aber das ist hier nicht der Punkt. Was mich nach einer gebetszeit manchmal unbefriedigt zurücklässt ist nicht die Frage, was mein Gebet bewirkt sondern die Frage, was in dieser Zeit mit meinem Herzen geschehen ist. Da mein Herz ein "trotzig und verzagt Ding" ist, bedarf es einer intensiven Pflege durch den Heiligen Geist. Hierzu braucht es aber Zeit. Solange meine Gedanken kreisen; Probleme und Lösungen bewegen, Pflichten und Nöte bearbeiten wünsche ich mir zwar Gottes Nähe, aber ich erfahre sie nicht wirklich.
Unsere Soaking Abende dauern gut zwei Stunden - es kann auch länger dauern. In der ersten Stunde haben wir ruhigen, sehr unverkrampften Lobpreis. Unverkrampft meint: Es gibt keine einheitliche Haltung. Stehen, Sitzen oder Liegen - alles ist OK. Wer singen will singt, wer schweigen will schweigt. Wir haben viele Decken und Kissen verteilt, so daß jeder die Position findet, in der er sich am besten für Gott öffnen kann. Die Gitarristen wechseln sich ab, damit nicht einer die ganze Zeit "dienen" muß. Gemeinsamer Gesang hilft ungemein gut, durch den Vorhof hin zum Allerheiligsten zu gehen. Nach einer ausreichenden Zeit lassen wir den CD-Spieler die Musik machen um zum eigentlichen Soaken zu kommen. Diese erste Phase ist oft geprägt von Eindrücken, die Gott schenkt und Gebetsdienst füreinander. Wir legen Lasten beim Kreuz ab und beten Hindernisse in der Gedankenwelt durch. Die Atmosphäre ändert sich sehr stark in dieser Phase.
| < Zurück | Weiter > |
|---|